Praxisabgabe
Nun ist es entschieden: Im August diesen Jahres wurde mein Kassensitz an eine jüngere Kollegin übertragen. Zu Beginn des Jahres 2026 wird sie in die Räume an der Zülpicher Straße einziehen und dort ihre Arbeit in der Patientenversorgung aufnehmen.
Aus berufspolitischer Sicht war die Erfahrung rund um die Ausschreibung ernüchternd. Meine Hoffnung, den Sitz vielleicht an eine/n Kolleg*in mit gestalttherapeutischem Hintergrund zu übergeben, erwies sich als aussichtslos. Auch die Nachfrage von Bewerber*innen mit tiefenpsychologischem Hintergrund war sehr übersichtlich. Die psychotherapeutische Zunft wird offenbar zukünftig verhaltenstherapeutisch geprägt sein. Mir ist bewusst, dass viele diesen Weg auch aus wirtschaftlichen Überlegungen einschlagen und später viel „breiter“ arbeiten als das „Label“ vermuten lässt. Dennoch ist für mich die berufspolitische Auswirkung betrüblich.
Aus persönlicher Perspektive war es dennoch ein bewegender Moment: traurig-wehmütig und freudig zugleich. Traurig, etwas ab- und aufzugeben, was mich Jahrzehnte ausgemacht und erfüllt hat. Erleichtert und freudig, weil ich nun aus der täglichen Versorgung aussteige und neue Freiräume entstehen. So kann ich mich ausschließlich auf bestimmte Gruppen-, Fortbildungs- und Supervisionsangebote konzentrieren. Ich werde hoffentlich mehr Zeit zum Schreiben finden und auch zum Wandern, Skifahren und Wingfoilen – so lange die Knie mitmachen. Abschied und Wandlung.
Freie Plätze in Gruppen
Gruppentherapie halte ich für die wirksamste Form der Therapie, vor allem in Kombination mit Einzelstunden. Gerade weil die meisten menschlichen Probleme Folge misslungener Kontakte und Beziehungen sind, ist es wesentlich, diese auch in zwischenmenschlichen Begegnungen zu bearbeiten. Reine Einzeltherapien biete ich inzwischen nicht mehr an.
Für mein „ältestes“ Gruppenformat, die sog. Jahresgruppe, die in kompakter Form an Wochenenden sowie einer Blockwoche stattfindet, sind die Termine für 2026 online.
Ein neues kompaktes Format plane ich für 2026: Selbsterfahrung für Erfahrene.
Wer sich für die Teilnahme interessiert, kann gern mit mir ein Vorgespräch vereinbaren.
Supervisionsgruppe
Der nächste Termin der Supervisionsgruppe ist am 20.1.2026.
Sehen und darüber hinaus
Vor zwei Jahren begann meine Mitarbeit in einem Autorenkollektiv, das sich mit einem interdisziplinären Blick auf das Sehen beschäftigte. Aus der Perspektive der Neurobiologie, der Wahrnehmungspsychologie, der Augenheilkunde und anderer Disziplinen fand ein faszinierender Austausch übers Sehen statt. Mich hat es herausgefordert, das Thema „Sehen und Blickkontakt“ in meiner psychotherapeutischen Praxis neu zu reflektieren.
Inzwischen sind die Ergebnisse als Buch bei Springer erschienen. Es sind sogar erste Rezenzionen auf Amazon geschrieben worden, woraus ich gerne zitiere: „ein informatives und faszinierendes Buch über die vielfältigen Aspekte der visuellen Wahrnehmung. Besonders gelungen ist die dialogische Struktur: Man fühlt sich als Leser wie ein stiller Zuhörer in einem anregenden Gespräch zwischen Experten verschiedenster Fachrichtungen. Komplexe Inhalte werden verständlich vermittelt – auch für Leser ohne Vorkenntnisse.“
Vielleicht findet es Euer Interesse.
Artikel zu Audioaufzeichnungen
In Heft 2/24 des „Psychotherapeutenjournals“ ein weiterer Artikel von mir erschienen. Der Titel lautet „Audioaufzeichnungen – eine einfache Möglichkeit zur Optimierung von Psychotherapie“.
Mittlerweile stehen mit jedem modernen Smartphone hochwertige Aufzeichnungsprogramme
zur Verfügung. Sie ermöglichen es, ohne besonderen Aufwand Therapiestunden mitzuschneiden. Dargestellt werden die Vorteile – aber auch Risken – dieser Technik auf der Basis einer Umfrage unter Patient*innen, die die Audioaufzeichnung ihrer Therapiestunden bei mir bereits für sich nutzen.
Was mich besonders freut: dies ist inzwischen die dritte Publikation im Psychotherapeutenjournal innerhalb von zwei Jahren – der bearbeitende Redakteur sprach von einem Hattrick – nach einem Artikel über „Sehen und Blickkontakt in der Psychotherapie“ und einem zur „Behandlungstechnik in der Kombination von Einzel- und Gruppenpsychotherapie“.
Diese Zeitschrift erreicht immerhin rund 70000 in den Psychotherapeutenkammern organisierte Kolleginnen und Kollegen. Für mich wird dies über zahlreiche Zuschriften und Leserbriefe sowie über die Nachfrage nach Supervision deutlich spürbar. So freue ich mich über eine Resonanz, die bei früheren Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften zumeist ausblieb. So wird für mich fühlbar, dass der Einsatz des Schreibens Früchte trägt und Sinn gibt.
Der neue Artikel ist auf meiner Homepage als Download zugänglich.
Seminarhaus UnterLinden
Der Bau meines Seminarhauses ist abgeschlossen. Nach all den Strapazen des Bauherren-Daseins tut es gut zu erleben, dass sich die Mühen gelohnt haben. Weitere aktuelle Informationen in Wort und Bild finden sich auf der Homepage des „Seminarhaus UnterLInden“– und auf

Inzwischen finden sich sehr schöne Bewertungen und Rezensionen im Netz. Mehr…